„Wir brauchen digitale Selbstverteidigung“

Bei Cicero-Online steht ein längeres Interview mit mir zu aktuellen netzpolitischen Fragen von Enzensberger über Snowden und die NSA bis zur Netzneutralität und Facebook: „Wir brauchen digitale Selbstverteidigung“.

Ein oft zurückgespiegeltes Argument im Zusammenhang von Netzsicherheit ist, dass man selbst schuld sei, wenn man zu viel von sich preisgibt. Ein Argument, das sich schwer entkräften lässt…

Es wird ja gerade von Befürwortern der Vorratsdatenspeicherung herangezogen. Der Unterschied ist aber: Wenn ich Daten von mir preisgebe, ist das eine Entscheidung, die ich selbst treffe – wobei man sich da auch immer fragen muss, ob es den Internetnutzern bewusst ist. Meistens ist das ja nicht der Fall. Bei der Vorratsdatenspeicherung ist die Preisgabe hingegen verpflichtend. Ansonsten habe ich immer die Möglichkeit, auf Facebook und Google zu verzichten, und damit weniger Datenspuren zu hinterlassen. Das bedeutet aber auch einen größeren Verlust von Komfort, Geschwindigkeit und Kommunikationsmöglichkeiten.