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Der „digitale Dschihad“ ist ein gesellschaftliches Problem

Ich habe mit Deutschlandradio Kultur darüber gesprochen, was der Islamische Staat und seine Propaganda mit dem Internet zu tun hat: Der „digitale Dschihad“ ist ein gesellschaftliches Problem.

Auch die Geheimdienste seien nicht die richtigen, um für Ordnung im Netz zu sorgen – denn um die Terroristen im Netz zu finden und sie gezielt zu blockieren, müsste man auch akzeptieren, dass die Dienste das gesamte Netz überwachen. Das aber sei mit den demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar, mahnt Beckedahl. Sinnvoller seien mehr Akzeptanz von Menschen mit Migrationshintergrund und Investitionen in Bildung, meint er. Deshalb sei der so genannte digitale Dschihad auch eher ein gesamtgesellschaftliches Problem als ein Netzthema.

Hier ist die MP3.

„Wir brauchen digitale Selbstverteidigung“

Bei Cicero-Online steht ein längeres Interview mit mir zu aktuellen netzpolitischen Fragen von Enzensberger über Snowden und die NSA bis zur Netzneutralität und Facebook: „Wir brauchen digitale Selbstverteidigung“.

Ein oft zurückgespiegeltes Argument im Zusammenhang von Netzsicherheit ist, dass man selbst schuld sei, wenn man zu viel von sich preisgibt. Ein Argument, das sich schwer entkräften lässt…

Es wird ja gerade von Befürwortern der Vorratsdatenspeicherung herangezogen. Der Unterschied ist aber: Wenn ich Daten von mir preisgebe, ist das eine Entscheidung, die ich selbst treffe – wobei man sich da auch immer fragen muss, ob es den Internetnutzern bewusst ist. Meistens ist das ja nicht der Fall. Bei der Vorratsdatenspeicherung ist die Preisgabe hingegen verpflichtend. Ansonsten habe ich immer die Möglichkeit, auf Facebook und Google zu verzichten, und damit weniger Datenspuren zu hinterlassen. Das bedeutet aber auch einen größeren Verlust von Komfort, Geschwindigkeit und Kommunikationsmöglichkeiten.

hr2-kultur | Doppel-Kopf

Gestern war ich eine Stunde lang in der Sendung „Doppel-Kopf“ auf hr2-kultur zu hören:
Am Tisch mit Markus Beckedahl, „Internet-Aktivist“.

Der von ihm gegründete Verein „Digitale Gesellschaft“ wird manchmal als eine Art „Internet Greenpeace“ bezeichnet und sein Blog netzpolitik.org gilt als eine der wichtigsten Plattformen zur Auseinandersetzung über Entwicklungen im Netz und die Reaktionen der Politik darauf. Markus Beckedahl versteht sich als Verteidiger der Bürgerrechte im Netz. Was das in punkto Urheberrecht, Datenschutz und Tranparenz politischer Entscheidungen heißt, darüber heute ein Gespräch mit Markus Beckedahl im hr2-Doppel-Kopf.

Hier ist die MP3.

Video-Interview: Alle können mitmachen

Vor fast einem Jahr hat mich ein Video-Team der Bundeszentrale für politische Bildung auf einer von ihr geförderten Bildungstagung in Hattingen zu neuen Öffentlichkeiten im Netz und Netzneutralität interviewt. Das Video ist jetzt online:

Alle können mitmachen from pb21 on Vimeo.

Egal ob in Konstanz oder Rostock: Über das Netz könnten sich Menschen mit einem gemeinsamen Anliegen vernetzen und ihr Thema wirkungsvoll öffentlich machen, sagt Markus Beckedahl. Die Möglichkeiten für Partizipation seien ideal – die Politik dürfe nur nicht den Fehler machen, jetzt Barrieren zu schaffen.